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Ayurveda

 

"Ein Mensch ist gesund, wenn sich seine Körperfunktionen, Gewebe, Stoffwechsel, Verdauung und Ausscheidung im Gleichgewicht und seine Seele, Sinne und sein Geist im dauerhaften Zustand inneren Glücks befinden."                                                  Sushruta 750 v. Ch.

 

 

Was ist Ayurveda

Der Begriff Ayurveda stammt aus dem Sanskrit und setzt sich aus AYUS (Leben) und VEDA (Wissen) zusammen und bedeutet wörtlich übersetzt Lebensweisheit oder Lebenswissenschaft. 

Der Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst und entstand vor mehr als 2500 Jahren in der Hochkultur Indiens. Der Ayurveda gehört nebst der chinesischen und griechisch-antiken Heilkunde zu den ältesten ganzheitlichen Medizinsystemen der Welt. Ayurveda ist aber mehr als eine indische Heilkunde, er ist eine Kombination aus Erfahrungswerten der Präventivmedizin, Heilkunst und Lebensphilosophie. Ayurveda konzentriert sich auf die für menschliche Gesundheit und Krankheit wichtigen physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Aspekte. Durch ihn finden wir zu unserer Natur und zu unserem innersten Wesenskern.

Im Ayurveda gibt es zwei Ansätze der Gesundheit. AROGYA bedeutet "Freiheit von Krankheit" und SVASTHA beschreibt die ganzheitliche Gesundheit und bedeutet wörtlich übersetzt "Stabil verweilen im Selbst". Die ganzheitliche Gesundheit (Svastha) ist der dem Ayurveda zugrunde liegende Wert. 

In den alten Schriften heißt es: Gesundheit ist die Basis für das Erreichen aller vier Lebensziele:

ethisch-moralische Rechtschaffenheit
materieller Wohlstand
sinnliche Erfüllung
spirituelle Entwicklung

Ayurveda ist keine therapeutische Einzelmaßnahme, sondern ein ganzheitliches System und gehört in den Bereich der traditionellen Alternativmedizin. 
Ayurveda ist weltanschaulich offen und frei von einschränkenden Überzeugungen. Menschliches Leben wird ganzheitlich als Zusammenschluss von Seele, Geist, Sinnen und Körper verstanden. Das Wissen um deren Interaktionen stellt die Essenz der ayurvedischen Wissenschaft dar. Gesundheit und Krankheit manifestieren sich in Körper, Sinnen und Geist. Die übergeordneten Ziele des Ayurveda sind zusammengefasst: 

PRÄVENTION:          Massnahmen zur Gesundheits-Erhaltung
THERAPIE:              Massnahmen zur Krankheits-Heilung
LANGLEBIGKEIT:      Massnahmen zur Verlängerung der Lebens- und Gesundheitsspanne

 

Zentrale Elemente des Ayurveda sind: 

Ernährungslehre, Verhaltensslehre, Pflanzenheilkunde, Ayurveda-Massage und -Reinigungstechniken, Psychosomatik, spirituelle Yogapraxis, Chirurgie 

 
Indischer Ayurveda

In Asien, insbesondere in Indien, wird Ayurveda als Heilmethode auch wissenschaftlich gelehrt. Im westlichen Kulturkreis dagegen setzt man Ayurveda zumeist für Wellness-Zwecke ein, was in Asien erst durch den wachsenden Tourismus zum Thema wurde.
Die älteste Vorstellung einer Medizin entstammte der vedischen Zeit ab ca. Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr., und wurde vor allem im Atharvaveda, überliefert.  Hieraus entwickelte sich ab ca. 500 v. Chr. das davon unterscheidbare medizinische System des Ayurveda. Authentischer Indischer Ayurveda orientiert sich immer an den klassischen überlieferten Textsammlungen (Samhitas), die Ärzten wie Charaka und Sushruta zugeschrieben werden. In den Werken Sushrutas, Charakas und später zudem im Werk Vagbhatas finden sich Inhalte der ayurvedischen Texte wieder. Die Samhitas (Hymnen) des Rig Veda erwähnen die Verwendung von Heilkräutern. Die Kernelemente wurden in acht international anerkannten Kompendien zusammengefasst. Die praktische Anwendung der beschriebenen Gesetzmäßigkeiten muss jedoch örtliche, zeitliche und soziokulturelle Gegebenheiten berücksichtigen. Somit ist Ayurveda ortsunabhängig und zeitlos.
In Indien sichert Ayurveda nach wie vor die Grundversorgung vorrangig akut und häufig infektiös erkrankter Patienten.

 

Europäischer Ayurveda

Unterschieden wird der Europäische Ayurveda vom indischem Ayurveda in der Anwendung der Therapiekonzepte, die auf dem gleichen klassischen Fundament basieren.
Gegenüber dem indischen Ayurveda haben wir in Europa andere Zielgruppen, gesundheitliche Beschwerden, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten (Lifestyle) sowie verfügbare einheimische Heilmittel. In Europa hat sich Ayurveda als stabile Säule der Naturheilkunde etabliert. Nebst der Versorgung bei funktionellen Störungen, chronischen Erkrankungen und psychosomatischen Beschwerdebildern wird der Ayurveda immer häufiger von Klienten ohne erkennbare Krankheiten mit dem Wunsch nach einem länger gesünderen und erfüllten Leben genutzt.
Die besondere Qualität des europäischen Ayurveda liegt in der individuellen systemischen ganzheitlichen Betrachtung des Einzelnen und darauf aufbauenden maßgeschneiderten Therapiekonzepten unter persönlicher Zuwendung und Begleitung.

  

"The new medicine will no longer treat the human frame with drugs, but rather will cure and prevent disease and support a longlife health with nutrition and lifestyle."